Referenz · Ersatzteile im Maschinenbau

SAP führt, der Shop setzt auf: Ersatzteilshop für eine US-Tochter

Ein deutscher Maschinenbauer stellt seine US-Tochter auf SAP S/4HANA um. Am selben Tag geht ein neuer Ersatzteilshop mit direkter SAP-Anbindung auf Shopware 6 live. SAP bleibt führend für Artikel, Preise und Kunden. Der Shop nimmt Bestellungen an und übergibt sie direkt.

Projektfakten

1. Das Projekt in drei Fakten

Die US-Tochter eines deutschen Maschinenbauers für die Lebensmittelindustrie verkauft Ersatz- und Verschleißteile an Betriebe, die ihre Maschinen einsetzen. Der Shop ist geschlossen, bestellt wird auf Rechnung.

137 Tage

vom ersten Ticket bis zum Go-Live.

1.800+

Explosionszeichnungen, deren Hotspots direkt zum Teil im Katalog führen.

SAP + Shop

gehen am selben Tag live, direkt miteinander verbunden.

Quelle: Projektdaten intoCommerce, Stand Oktober 2026. Der Kunde wird in dieser Case Study nicht namentlich genannt.

Ausgangslage

2. Neues ERP, alter Shop

Der Konzern stellt auf SAP S/4HANA um, auch in den USA. Der alte Shop passte dazu nicht mehr.

  • Der alte Shop lässt sich nicht anbinden

    Er war zu großen Teilen eine Eigenentwicklung, nur der Checkout lief über einen externen Dienst. Er ließ sich nicht sinnvoll an SAP anschließen.

  • Abtippen ist keine Option

    Bestellungen von Hand ins neue ERP zu übertragen, kam nicht in Frage.

  • Keine weitere Plattform

    Ein begonnener Neuaufbau auf einer anderen Plattform wurde gestoppt. Der Konzern wollte keine zusätzliche Plattform. Im Konzern läuft bereits ein Ersatzteilshop auf Shopware 6, betreut von uns.

Die Vorgabe aus dem Workshop: SAP ist führend für alle Stammdaten. Der Shop zeigt sie an und nimmt Bestellungen entgegen.

Architektur

3. Wie SAP und Shop Daten austauschen

SAP und Shopware sind direkt verbunden. Die REST-Endpunkte im Shop kommen von uns, dokumentiert für das SAP-Team. Die SAP-Seite baute das SAP-Team des Kunden.

Richtung 1

SAP → Shop

  • Produkte mit Preisen, angelegt oder aktualisiert über die Artikelnummer
  • Bestände mit Schwellwerten, im Shop als Ampel statt als genaue Menge
  • Kunden mit SAP-Kundennummer, automatisch dem richtigen Verkaufskanal zugeordnet
  • Je nach Datenart läuft der Abgleich nachts, stündlich oder mehrmals am Tag

Richtung 2

Shop → SAP

  • SAP holt neue Bestellungen per Abfrage aus dem Shop ab
  • Jede Bestellung trägt PO-Nummer, Versandart und SAP-Kundennummer
  • SAP meldet die Belegnummer zurück, der Status im Shop wechselt
  • Steuern und Fracht berechnet SAP, sie stehen in der Auftragsbestätigung
  • Bei Fehlern schreibt der Shop ein Protokoll und verschickt eine E-Mail
Datenfluss zwischen SAP S/4HANA und Shopware 6Datenfluss zwischen SAP S/4HANA und Shopware 6Direkte REST-Schnittstelle. SAP ist führend.SAP S/4HANAführendes SystemShopware 6Ersatzteilshop USAProdukte mit PreisenAnlage oder Update über die ArtikelnummerBeständeim Shop als AmpelKundenmit SAP-Kundennummer und VerkaufskanalBestellungenmit PO-Nummer, Versandart, KundennummerBelegnummer und Statuszurück an den ShopSAP holt neue Bestellungen per Abfrage ab. Fehler landen im Protokoll und lösen eine E-Mail aus.
SAP bleibt führend. Der Shop empfängt Stammdaten und stellt Bestellungen zur Abholung bereit.

Datenqualität

4. Wo Daten übersetzt werden müssen

Die Daten fließen direkt, aber nicht ohne Übersetzung. Drei Stellen waren im Projekt besonders aufwendig.

  • Führende Nullen

    SAP führt Artikelnummern mit führenden Nullen, Shop und Ersatzteilkatalog ohne. Ohne Abgleich würde jedes Update ein neues Produkt anlegen, statt das bestehende zu ändern. Die Nummern werden deshalb beim Import vereinheitlicht.

  • Kunden im richtigen Kanal

    Kunden und Produkte ordnet der Shop anhand der Verkaufsorganisation in SAP automatisch dem richtigen Verkaufskanal zu.

  • Zeichnungen mit Koordinaten

    Der Ersatzteilkatalog liefert Bilddateien und getrennt davon die Koordinaten der Hotspots. Ein eigener Import prüft jede Artikelnummer gegen den Katalog und verbindet Punkt und Teil, bei über 1.800 Explosionszeichnungen.

Weg der Explosionszeichnung vom Katalog in den ShopVom Ersatzteilkatalog zur klickbaren Explosionszeichnung1ErsatzteilkatalogZeichnung als TIF-BildKoordinaten der Hotspotsin eigener DateiArtikelnummer je Hotspot2Eigener Importprüft jede Artikelnummergegen den Katalogwandelt TIF in WebP umsetzt die Hotspots3ShopZeichnung und Teilelistesind verbundenKlick auf den Hotspotzeigt das Teil123Ersetzte Teile verweisen auf ihren Nachfolger. Über 1.800 Zeichnungen sind so mit dem Katalog verknüpft.
Aus Bilddatei und Koordinaten wird eine Zeichnung, auf der jeder Punkt zum richtigen Teil führt.

Vorgehen

5. Gemeinsam mit dem SAP-Team

Der Shop entstand parallel zur SAP-Einführung. Deshalb stand die Aufteilung der Arbeit am Anfang.

Schritt 1

Ist-Stand aufnehmen

Den alten Shop Seite für Seite durchgehen: was bleibt, was in eine zweite Phase wandert.

Schritt 2

Datenflüsse zeichnen

Welche Daten fließen in welche Richtung, wie oft, und wer führt?

Schritt 3

Endpunkte bauen

Wir bauen und dokumentieren die Shop-Seite, das SAP-Team die Gegenseite.

Schritt 4

Gemeinsam live

Shop und SAP gehen am selben Tag live, mit einem festen Ablauf für den Go-Live-Tag.

Den Workshop gab es auf Deutsch und auf Englisch, weil die Fachabteilung in Deutschland und das Team in den USA beide am Tisch saßen. Zwischen beiden Standorten liegen mehrere Stunden Zeitverschiebung. Für den Go-Live-Tag war Support bis in den Abend eingeplant.

Betrieb

6. Was im Alltag anders ist

Stammdaten nur in SAP

Artikel, Preise und Kunden pflegt das Team in SAP. Der Shop übernimmt sie, ohne dass jemand sie ein zweites Mal anfasst.

Zugang mit Prüfung

Neue Kunden fordern im Shop einen Zugang an. Das Team prüft sie in SAP, danach verschickt der Shop die Aktivierungsmail.

Bestellungen ohne Abtippen

Bestellungen landen mit PO-Nummer und Versandart in SAP. Niemand überträgt sie von Hand.

Bestand ohne Mengen

Kunden sehen eine Ampel statt der genauen Menge. Die Werte kommen aus SAP.

„Die härteste Nuss waren die Explosionszeichnungen. Jeder Punkt auf einer Zeichnung muss am Ende genau zum richtigen Ersatzteil führen. Dazu ging der Shop am selben Tag live wie SAP. Deshalb sind wir so nah wie möglich am Shopware-Standard geblieben.“

Tim Saxler, Projektleiter, intoCommerce

Kernaussage

SAP bleibt das System, in dem gearbeitet wird. Der Shop nimmt Bestellungen an und übergibt sie so, dass SAP damit arbeiten kann.

Das Muster passt überall dort, wo ein ERP neu eingeführt wird und der Shop nicht zum zweiten ERP werden soll.

Order Flow Check

Wo hakt es zwischen Ihrem ERP und Ihrem Shop?

Wir sehen uns Ihre Schnittstellen an: welche Daten fließen, wo doppelt gepflegt wird und wo Bestellungen hängen bleiben. Dazu bekommen Sie einen priorisierten Plan.

  • Minimalinvasiv. Ohne IT-Ressourcen.
  • Ihr ERP bleibt, wie es ist.
  • Rückmeldung innerhalb 24 Stunden.
Matthias Thürling, Geschäftsführer, Ansprechpartner für intoConnect
Matthias Thürling

Geschäftsführer

Fon: 0611 – 9 458 458 0
Mail: m.thuerling@into-commerce.de